Von Dylan bis Springsteen & Co: Warum Protestsongs nicht die Welt retten und dennoch unverzichtbar sind
Seit gut einem Jahr hält US-Präsident Donald Trump die Welt in Atem – mit einer nicht enden wollenden Flut an politischen Unzumutbarkeiten. Trump droht die Welt ins Chaos zu stürzen, gleichzeitig formt er die Vereinigten Staaten zu einer Autokratie, die allmählich Züge einer Diktatur annimmt. Der Widerstand der Demokraten fiel bisher überraschend schwach aus. Zum einen scheint die Partei uneinig über die wirksamste Strategie gegen die verheerende Bewegung, die sich ebenso plump wie selbstherrlich MAGA nennt, „Make America Great Again“; zum anderen lässt Trump mit seinen politischen Mehrheiten und einer Armee von Juristen, die unliebsame Institutionen und Widersacher mit millionen- bis milliardenschweren Klagen überziehen, wenig Spielraum. Das scheint auch die gewöhnlichen Bürgerinnen und Bürger zu beeindrucken, die sich nur selten zu großangelegten Kampagnen wie den letztjährigen „No kings“-Protesten mobilisieren lassen.
Springsteen … Endlich!
Umso mehr fragte sich die Welt, warum „Klare Kante“-Statements von Trump-kritischen US-amerikanischen Superstars aus dem Pop- und dem Filmgeschäft ausblieben, warum es keine kollektiven Solidaritätsbekundungen mit MAGA-Opfern gab, keine großangelegten Anti-Trump-Konzerte oder -Festivals. Ganz klar: Dass man als nicht ganz so großes Kaliber durchaus seine Karriere riskiert, wenn man lautstark konservative Strömungen kritisiert, mussten in der Vergangenheit etwa The Dixie Chicks erfahren, und das gleich zwei Mal: In den 2000er Jahren bekamen die einstigen Lieblinge der Country-Community einen herben Dämpfer verpasst, weil sie den damaligen US-Präsidenten George W. Bush und die Irak-Invasion kritisiert hatten; und 2020 strichen die drei grundsätzlich wackeren und freiheitlich denkenden Texanerinnen unter dem Druck der „Black Lives Matter“-Bewegung das „Dixie“ aus ihrem Bandnamen, weil dieser Begriff als zu eng mit den Südstaaten und dem System der Sklaverei verknüpft empfunden wurde. Dass jedoch bisher nur wenige demokratisch gesinnte Weltstars den Mund aufmachten, um gegen Trump & Co zu mobilisieren, verwunderte sehr. Durfte und darf man doch davon ausgehen, dass solche Größen etwaige Ressentiments locker aushalten können und kaum Gefahr laufen, durch unliebsame politische Äußerungen in existenzielle Nöte zu geraten.
Immerhin: George Clooney und Robert De Niro positionierten sich gegen Trump, ebenso Billy Eilish, aktuell Bad Bunny und auf die eine oder andere Art immer wieder Taylor Swift. Rapper Ice-T wiederum, 1992 Frontmann der Metal-Rap-Crossover-Band Body-Count, die damals mit dem umstrittenen Rachesong „Cop Killer“ auf den Gewaltexzess gegen den Schwarzen Rodney King und die Freilassung der verantwortlichen weißen Polizisten reagiert hatte, änderte aktuell bei einem Konzert den Songtitel um in „ICE Killer“. ICE, das ist die US-amerikanische Einwanderungsbehörde, deren schwerbewaffnete und vermummte Beamte auf Geheiß Trumps vor allem in demokratisch regierten Städten regelrecht Jagd auf vermeintlich illegale Migrantinnen und Migranten machen. Dabei werden Familien auseinandergerissen, Verdächtige fast schon willkürlich abgeschoben, selbst Menschen mit Aufenthaltsgenehmigung festgesetzt und Protestierende aufs Härteste bekämpft. Im Januar 2026 wurden in Minneapolis im Zuge der brutalen ICE-Einsätze die US-Bürgerin RenéeNicole Good und der US-Bürger AlexPretti getötet – wehrlos, friedfertig und im Nachhinein noch auf widerliche Art als Inlandsterroristen diffamiert.
Diese zwei Vorfälle und die immer verzweifelter werdenden Anti-ICE-Proteste brachten schließlich das Fass zum Überlaufen. In Windeseile schrieb, produzierte und veröffentlichte Weltstar Bruce Springsteen den Protestsong „Streets of Minneapolis“. Der Text bezieht sich ganz konkret auf die aktuellen Ereignisse und benennt nicht nur die beiden Opfer, sondern auch die Verantwortlichen: „King Trump“, seinen stellvertretenden Stabschef Stephen Miller – er gilt als Chefideologe hinter der Migrationspolitik – und Heimatschutzministerin Kristi Noem, ebenfalls eine radikale MAGA-Anhängerin. Musik und Vortrag erinnern an Sixties-Protestsongs Dylan’scher Prägung, es war das lang erhoffte Signal zu einem breiter angelegten Widerstand, zur Verteidigung von Bürger- und Menschenrechten. Und die Medien überschlugen sich. Jetzt geistern verschiedene Fragen durch die Feuilletons: Markiert Springsteens Instant-Internethit die Wiedergeburt des Protestsongs? Wie wirken solche Protestsongs eigentlich? Und was können sie konkret bewirken? Dazu ein paar Gedanken.
Eine kurze Geschichte des Protestsongs
Springsteens Song die Wiedergeburt des Protestsongs? Nun, der Protestsong war nie tot. Und natürlich gibt es Protestsongs nicht erst seit den 1960er Jahren. Zugespitzt lässt sich sagen: Wo Gesellschaft ist, da ist auch Gesellschaftskritik, nicht selten in künstlerischer Form, zum Beispiel durch Musik. Wenn man so will, war Musik schon immer auch kontrovers, rüttelte an bestehenden Normen und Werten. Und schon immer wurde Musik auch bekämpft, unterdrückt, verboten. So zieht der 2001 von Werner Pieper herausgegebene Essayband Musik & Zensur in den diversen Deutschlands der letzten 500 Jahre eine Traditionslinie von den alten Griechen, die dem gefährlichen dionysischen Treiben von Musikern Einhalt gebieten wollten, über frühe Christen, die in heidnischen Tänzen den Teufel am Werk sahen, bis hin zu mittelalterlichen Adligen, die sich an ordinären Bauerntänzen, aber auch an obrigkeitskritischen Liedern stießen. „Erste Verbote von Liedern sind aus der Zeit Karls des Großen überliefert, der im Jahr 789 gegen erotische (und/oder weltliche) Lieder vorgegangen sein soll“, heißt es da. Auch in spätmittelalterlichen Urkunden, so der Band weiter, „ist die Rede von Liedern aufmüpfiger Bürger, ein Zeichen, dass die Ohren der Obrigkeit sie ernst genug nahmen, ja sich mitunter vor ihnen fürchteten.“ Die Linie führt weiter über antikirchliche Spottlieder und regierungskritische Räuberlieder aus dem 16. Jahrhundert bis hin zu anstößigen Volksliedern und politischen Vormärz-Liedern aus dem 19. Jahrhundert.
In Frankreich, wo bereits Ende des 18. Jahrhunderts Revolutionslieder erklungen waren, trug ab 1812 der Dichter Pierre-Jean de Béranger (1780–1857) seine provokant getexteten politisch-satirischen Chansons auf allgemein bekannte Volksweisen vor und animierte seine Zuhörer in den einschlägigen Weinlokalen zum Mitsingen. De Bérangers Lieder, die ihm auch die eine oder andere Verhaftung einbrachten, wurden Teil der mündlichen Volkskultur, erschienen aber später auch in Zeitungen und als gedruckte Sammlungen. „Während fahrende Sänger ihren Ruhm lange Zeit wie selbstverständlich dem mündlichen Vortrag verdankten“, schreiben Christian Bielefeldt und Marc Pendzich in ihrer lesenswerten Abhandlung Original & Bearbeitung von 2007, „ist de Bérangers damalige europaweite Bekanntheit ohne die diversen Druckausgaben seiner Chansons und ohne die Berichte, die das aufstrebende bürgerliche Feuilleton ihm widmete, nicht denkbar.“
Was diese musikalischen Formen wie auch die Bürger- und Arbeiterlieder während des deutschen Kaiserreichs einte, war die ständige Beobachtung und Zensur durch religiöse und weltliche Obrigkeiten. Eine ganz andere Zeit brach im 20. Jahrhundert spätestens nach dem Ende des Ersten Weltkriegs an. Mehrere Entwicklungen sind es, die in den 1910er bis -30er Jahren kulminierten: die Ablösung der alten Aristokratien durch demokratische Staatsformen und Industrie- beziehungsweise Dienstleistungsgesellschaften; damit einhergehend die Herausbildung der sogenannten „populären Musik“, die mit Varieté-Theatern, Music-Halls oder Kabaretts neue Orte der Massenunterhaltung hervorbrachte; und der Aufstieg von Rundfunk, Tonträger- und Filmindustrie – Medienmaschinen, die vor allem Musikformen wie Folk, Blues, Jazz, Swing, Chanson und Schlager, später auch Rock und Soul zur weltweiten Verbreitung verhalfen. Dass so auch kontroverse und Protestsongs massenhafte Verbreitung fanden, versteht sich von selbst.
Dabei hatten antirassistische Statements wie Billie Holidays „Strange Fruit“ (1939) oder Boris Vians „Le deserteur“ (1954), eine Absage an Frankreichs Verwicklungen in den Indochina- und den Algerienkrieg, noch etwas von politischen Statements spezifischer engagierter Szenen. Ähnliches gilt für Partisanen- und Widerstandslieder aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs – ein längst zum globalen Partyhit mutiertes Relikt aus dieser Zeit ist der unwiderstehliche Gassenhauer „Bella Ciao“, der selbst auf einem viel älteren Volkslied basiert.
Über die amerikanische Folkszene der 40er/50er Jahre und die angloamerikanische Rockszene der 60er Jahre hielt der Protestsong dann in die Jugend- und Popkultur Einzug und erfuhr weltweite Verbreitung. Hier etablierte sich das, was heute viele Menschen weltweit mit dem Begriff „Protestsong“ assoziieren: sozial-, regierungs-, kriegs- und kapitalismuskritische Lieder, wie sie von Bob Dylan, später von Jefferson Airplane, MC 5 und anderen Bands berühmt gemacht wurden. Umweltthemen wurden ebenfalls schon verhandelt. Diese Entwicklung fand auch in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland Widerhall, wobei eigene inhaltliche Akzente gesetzt wurden. So wurden Liedermacher wie Franz Josef Degenhardt und Hannes Wader oder Rockbands wie Ton Steine Scherben nicht müde, auch gegen das Vergessen nach dem Zweiten Weltkrieg und gegen neofaschistische Tendenzen im nach außen demokratischen Staatsgefüge anzusingen.
Der Protestsong seit den 70er Jahren
Wie Marcus S. Kleiner in seinem Buch Keine Macht für Niemand – Pop und Politik in Deutschland (2025) zeigt, setzten im Deutschland der 1970er bis 1990er Jahre gerade viele Punkbands die Tradition systemkritischer, antifaschistischer Songs fort. Musikalische Statements gegen Rassismus und Neonazis wurden ergänzt durch Ansagen gegen Sexismus und Plädoyers für sexuelle Freiheit. Im internationalen New-Wave- und im Synthipop-Kontext der Achtzigerjahre gab es auffallend viele Songs gegen die Nutzung von Atomenergie und die Angst vor einem Atomkrieg.
Im Lauf der Zeit fanden sich kritische, kontroverse und Protestsongs in immer mehr Genres und Subgenres. So wie sich die popmusikalischen Stile immer weiter auffächerten, wurde auch das Spektrum an gesellschaftskritischen Themen immer vielfältiger. Die lautesten Akzente hat hier seit den 1990er und frühen 2000er Jahren die Hip-Hop-Musik gesetzt. Während Rap in den USA vor allem von Schwarzen und später auch von Latinos kultiviert wurde, wurden gerade seine härteren Ausprägungen in Europa zum Sprachrohr aufmüpfiger Künstlerinnen und Künstler mit Migrationshintergrund. Sozialkritik schlug hier auch bewusst in politisch unkorrekte Provokationen und das Feiern eines Outlaw- bzw. Kriminellenlebens um, sprich: in unappetitlichen Battle- und Gangsta-Rap.
Um es kurz zu machen: Mit dem Aufstieg des Internets ergaben sich für immer mehr marginalisierte oder im Verborgenen agierende gesellschaftliche Gruppen Möglichkeiten, gehört zu werden, und das auch musikalisch. Die LGBTQ-Community, radikalfeministische Strömungen, vegane Szenen, der Transgender-Kosmos, auch die iranische und die türkische Opposition erklingen nun allgegenwärtig, ihr musikalischer Protest ist in der Popkultur häufig mit Empowerment-Statements verbunden. Inzwischen ergibt sich aus meiner Sicht ein diffuses Bild. Gefühlt kann man im Internet mehr kontroverse, kritische und Protestsongs abrufen als je zuvor, fast die gesamte Protestsongwelt ist via Streamingdienst in wenigen Klicks verfügbar, die „besten Protestsongs“ kann man schon nach Jahrgängen googeln und staunen, was da alles an mal mehr, mal weniger aufregenden Statements zusammenkommt. Gleichzeitig gehen diese Songs im gigantischen globalisierten Grundrauschen unter. Beziehungsweise: Sie sind nur relevant in unendlich vielen Filterblasen, erreichen die entsprechenden speziellen Communities. Aus der Masse herauszustechen und ein globaler Hit zu werden, ist für einen Song schier unmöglich, erst recht wenn ein unbekannter Act ihn vorträgt.
Andere Formen des popkulturellen Protests
Vor diesem Hintergrund wählen Künstlerinnen und Künstler gern andere Ausdrucksmöglichkeiten, wenn sie sich dezidiert politisch äußern und damit auch Gehör finden wollen. Die simple Social-Media-Verlautbarung oder ein Statement bei einer Preisverleihung bieten sich an, aufwendige persönliche Inszenierungen oder symbolische Handlungen – dazu nur ein paar wenige Beispiele: Taylor Swift legt sich selbstbewusst mit der Musikindustrie an, daneben empfiehlt sie ihren Fans, den sogenannten „Swifties“, nicht Trump, sondern die Demokraten zu wählen. Billie Eilish nutzt eine Award-Auszeichnung für wenige scharfe Worte, um den US-Präsidenten und seine ICE-Schergen zu verurteilen. Lady Gaga trägt ein Kleid aus Fleischstücken und protestiert damit dagegen, dass Frauen immer noch zu Objekten degradiert werden. Neil Young verschenkt seinen Songkatalog an Grönland: ein „krasses“ medienwirksames Statement, das möglicherweise mehr Aufmerksamkeit erregt als ein weiteres „Rockin‘ in the Free World“.
Bruce Springsteens „Streets of Minneapolis“
Umso bemerkenswerter scheint es, dass Bruce Springsteen mit „Streets of Minneapolis“ den klassischen Dylan’schen Protestsong wieder aufleben lassen und einen Riesenerfolg damit feiern konnte. Und doch: Ganz so bemerkenswert ist es auch wieder nicht. Denn bei genauerer Betrachtung kam Springsteen einfach als der richtige Interpret mit dem richtigen Song zur richtigen Zeit. Wie gesagt: Die Welt hatte auf ein solches Statement gehofft, ja regelrecht gewartet. Und nun kam es auch noch von einem Megastar – einem, der Szenen und Subszenen schon lange hinter sich gelassen hat und mühelos generationenübergreifend wirkt. Keine Frage: Auf einen wie Springsteen hört die Welt, über einen wie ihn berichten die Medien. Und wenn Springsteen sich einmischt, dann weckt das Hoffnung und vermittelt das Gefühl: Alles wird gut. Vielleicht kommen bei vielen, vor allem älteren Menschen auch Nostalgiegefühle auf: die Erinnerung an Zeiten, in denen Antikriegs- und Anti-AKW-Bewegung, „Rock gegen Rechts“-Festivals und „Live Aid“-Konzerte noch Massen mobilisieren und Systeme erfolgreich unter Druck setzen konnten. Springsteens Statement, ergänzt durch ein erschütterndes Video, berührt emotional, gibt Mut und Kraft.
Wie wirken und was bewirken Protestsongs?
Und damit sind wir bei der Frage nach der Wirkung von Protestsongs. Sie fungieren als musikalische Begleiter einer Community oder einer Bewegung, auch als emotionale Motoren. Sie motivieren, stiften Zusammenhalt und bringen die jeweilige Protesthaltung in wenigen Worten auf den Punkt, manchmal liefern sie griffige Slogans und Parolen für Versammlungen und Protestmärsche. Diese Wirkung ist nicht zu unterschätzen.
Vor allem in den Sixties und Seventies gab es hier und da noch eine weitergehende Fantasie: Rockbands würden beim Konzert per Protestsongs agitieren – mit der Folge, dass die Fans anschließend raus auf die Straße gehen, um Revolution zu machen. Daraus ist bekanntlich nie etwas geworden. Echte Gamechanger sind Protestsongs nicht – oder nur ganz selten. Die berühmteste Ausnahme ist wohl Bob Dylans Hit „Hurricane“, veröffentlicht im Jahr 1975. Zuvor war der erfolgreiche schwarze Boxer Rubin „Hurricane“ Carter unschuldig und ganz offenbar aus rassistischen Motiven wegen Mordes verurteilt worden. Proteste vonseiten der Öffentlichkeit und verschiedener Medien waren anschließend ins Leere gelaufen, am Urteil war nicht zu rütteln. Bis Bob Dylan sich des Falls annahm und einen Song darüber schrieb. Minuziös listen seine Lyrics fehlerhafte Ermittlungen und die Ungereimtheiten in der Argumentation der Anklage auf, die falschen Behauptungen unglaubwürdiger Zeugen. Der wunderbar fließende Song mit den markanten Geigenpassagen und dem kraftvollen Refrain stürmte die internationalen Charts und ließ die Wellen der Empörung immer höher schlagen. Mit der Konsequenz, dass den Verantwortlichen gar keine andere Wahl blieb, als das Verfahren wieder aufzunehmen. Anschließend waren noch einige Hürden zu nehmen, doch am Ende kam Rubin Carter frei.
„Streets of Minneapolis“, und was nun?
Kann „Streets of Minneapolis“ eine ähnliche Schlagkraft entfalten wie „Hurricane“? Wohl eher nicht. Bei Dylan ging es um einen Skandalprozess, um eine kleine Gruppe von Verantwortlichen – im Januar 2026 geht es um den Protest gegen eine radikale nationalistische Bewegung, eine ganze Regierung. Und die dürfte Springsteens Song eher verächtlich belächeln. Aber: „Streets of Minneapolis“ könnte andere Superstars motivieren, sich in Statements oder weiteren Songs gegen Trump zu positionieren und so der aufkommenden Protestbewegung noch mehr Schubkraft zu verleihen. Bei entsprechend heftiger Gegenwehr, das haben die europäischen Reaktionen auf Trumps Grönland-Ambitionen und der zunehmende Unmut selbst in der Republikanischen Partei gezeigt, rudert der Möchtegernkönig auch mal zurück. Und: Warum sollten sich nicht auch einige Festivals mit globaler Strahlkraft organisieren lassen? Wohlgemerkt: nicht gegen die Republikanische Partei, das wäre absurd; sondern für ein übergeordnetes Ziel: den Schutz und die Bewahrung der Demokratie. Denn dass die Demokratie in den USA massiv bedroht ist, das finden inzwischen auch immer mehr Mitglieder/Anhänger der „Grand Old Party“. Darüber hinaus wäre es eine Mission, der sich angesichts des allerorts grassierenden Rechtspopulismus auch viele Menschen in Europa anschließen könnten. Mit „No Kings“ gibt es schon ein starkes Motto. Solche Festivals könnten „for free“ stattfinden oder aber Erlöse generieren, mit denen man, im Sinne einer „Democracy Aid“, unter Druck gesetzte Kulturinstitutionen und Oppositionsvertreter oder andere Opfer der MAGA-Bewegung unterstützen könnte. Der letzte Akt stünde dann bei den kommenden freien Wahlen an: Im Idealfall entscheidet sich die Mehrheit der Menschen in den USA wieder für die Demokratie und wählt die Unzumutbarkeiten der vergangenen Jahre endgültig ab. Vorausgesetzt natürlich, es kommt noch zu solchen freien Wahlen …







